In 3 Schritten zum Fotografie Anfänger

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Als ich mit dem Fotografieren angefangen habe, hat mir besonders das Wissen über Blende, Verschlusszeit und ISO am meisten weitergeholfen. Das Zusammenspiel dieser drei Parameter ermöglicht, in verschiedensten Situationen das Bild korrekt zu belichten oder gegebenenfalls selber zu bestimmen, ob man das Foto unter- oder überbelichtet haben möchte, um verschiedenste Atmosphären zu erzeugen. Gleichzeitig können besonders durch die Blende und durch die Verschlusszeit Effekte erzeugt werden, die das Bild aufregender gestalten.

Im Folgenden möchte ich euch nun helfen, die Blende, die Verschlusszeit und den ISO-Wert besser zu verstehen. Fangen wir mit der Blende an.

1. Die Blende

Mit der Blende kannst du bestimmen, welche Menge an Licht auf deinen Bildsensor treffen soll. Umso weiter deine Blende geöffnet ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor der Kamera. Umso kleiner deine Blende geöffnet ist, desto weniger Licht fällt auf den Sensor. Ob die Blende geschlossen oder geöffnet ist, wird durch die Blendenzahl ausgedrückt. Umso kleiner die Blendenzahl, desto weiter ist die Blende geöffnet. Die Blendenzahl wird als Bruchteil der Brennweite angegeben. Auf meinem 60mm Objektiv ist beispielsweise eine f/2 abgezeichnet und stellt die größtmögliche Öffnung der Blende dieses Objektives dar. Neben der Menge an Licht, die auf den Sensor fallen soll, kannst du mit der Blende außerdem die Tiefenschärfe steuern. Hier wiederum gilt, je größer die Blendenzahl, desto größer der Bereich im Bild, der als scharf aufgenommen wird. Je kleiner die Blendenzahl, desto kleiner der Bereich im Bild, der als scharf aufgenommen wird. Kleinere Blendenzahlen werden sehr häufig bei der Porträtfotografie verwendet, um die Person im Vordergrund scharf darzustellen und den Hintergrund verschwimmen zu lassen.

Im Folgendem seht ihr ein kleines Beispiel:

Das erste Foto wurde mit einer Blendenzahl von f/2.0 geschossen. Wie man sehen kann, ist die Mandarine im Vordergrund scharf, während der Hintergrund unscharf bleibt. Im zweiten Foto wurde eine Blendenzahl von f/7.1 gewählt. Und schwupps, die Schärfentiefe ist höher und die zweite Mandarine ebenfalls scharf.

2. Die Verschlusszeit

Nachdem wir also gelernt haben, dass die Blende die Menge des einfallenden Lichtes auf den Sensor bestimmt, bestimmt die Belichtungszeit, wie lange das Licht auf den Sensor fällt. Je länger die Verschlusszeit, desto länger fällt Licht auf den Sensor. Je kürzer die Verschlusszeit, desto kürzer fällt das Licht auf den Sensor. Gleichzeitig ist die Verschlusszeit für die Verwacklungsgefahr des Bildes verantwortlich. Denn umso langsamer ihr fotografiert, desto anfälliger ist das Bild für Verwackelungen. Ich persönlich empfehle bei einer Verschlusszeit von unter 1/60 Sekunden, nicht ohne Stativ zu fotografieren.

Wenn es um das Ablichten bewegter Motive geht, sind bei der Verschlusszeit im Grunde genommen zwei Faktoren besonders wichtig. Möchte man ein sehr schnelles Motiv sehr scharf fotografieren, zum Beispiel einen Sportler beim Laufen, ist es wichtig, die Verschlusszeit so kurz wie möglich zu halten (zum Beispiel 1/800 Sekunden). Soll ein Motiv verschwommen aufgenommen werden, wie zum Beispiel das Wasser bei einem Wasserfall, sollte eine längere Verschlusszeit gewählt werden. Je nachdem wie viel Licht ihr benötigt, könnt ihr zum Beispiel eine Sekunde oder sogar 30 Sekunden belichten. Bei so hohen Verschlusszeiten darf jedoch nicht auf ein Stativ verzichtet werden.

Hier zwei Beispiele:

Im ersten Bild wurde eine Verschlusszeit von 1/2000 Sekunden gewählt. Das Wasser ist wie eingefroren und kaum verschwommen. Auf dem zweiten Bild wurde stattdessen mit einer Verschlusszeit von 2 Sekunden gearbeitet. Hier ist deutlich zu erkennen, wie das Wasser verschwimmt und es ist mehr Bewegung im Bild.

3. Der ISO-Wert

Der ISO-Wert drückt die Lichtempfindlichkeit des Sensors aus. Je höher der ISO-Wert, desto lichtempfindlicher reagiert die Kamera. Allerdings ist zu beachten, dass je höher der ISO-Wert, desto größer der Einfluss auf das Rauschverhalten der Kamera. Dies bedeutet, dass ein hoher ISO-Wert eine Körnung im Bild auslöst und dadurch die Bildqualität leidet.

Pauschal kann also gesagt werden, umso niedriger der ISO-Wert, desto besser die Bildqualität. Jedoch möchte ich immer wieder darauf hinweisen, dass es Kameras gibt, die die beste Bildqualität nicht bei einem ISO-Wert von 100 abliefern, sondern teilweise das beste Ergebnis bei einem Wert von 200 oder 400 erzielen. Welcher ISO-Wert für welche Kamera am geeignetsten ist, kann man jedoch ganz leicht herausfinden. Zusätzlich unterscheidet sich bei jeder Kamera das Zusammenspiel zwischen ISO-Wert und Rauschem im Bild. Wenn bei einem ISO-Wert von 1600 eine Körnung im Bild deiner Kamera entsteht, bedeutet dies nicht, dass die Körnung bei diesem Wert auch bei einem anderen Modell entsteht.

Mein Tipp: Der ISO-Wert sollte als letzte Instanz erhöht werden, wenn durch das Zusammenspiel von Blende und Verschlusszeit das Bild trotzdem nicht genügend belichtet wird.

Auch hier ein Beispiele:

Besonders, wenn man die Hintergründe beider Fotos genauer anschaut, fällt auf, dass im ersten Foto eine sehr starke Körnung auftritt. Im zweiten Bild ist diese kaum zu erkennen. Dies liegt daran, dass das erste Foto mit einem ISO-Wert 16000 von geschossen wurde und das zweite mit einem ISO-Wert von 400.

Ich habe versucht die Parameter Blende, Verschlusszeit und ISO so einfach wie möglich zu erklären. Natürlich ist jeder Parameter in sich und ihr Zusammenspiel etwas komplexer, aber wenn man sich das Grundwissen angeeignet hat, ist man in Sache Fotografie schon einen Schritt weiter.Ich hoffe, ich konnte allen Anfängern ein bisschen weiterhelfen.

Viel Spaß beim Ausprobieren & liebste Grüße

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